CLUB MARTA* – UNABHÄNGIG UND WACH FÜR DIE STUDIERENDENSCHAFT
Wer wir sind
Club Marta* ist eine feministische Liste an unserer Hochschule. Wir sind ein Zusammenschluss von FINTA-Personen (Frauen, inter, nicht-binäre,trans* und agender Personen), die sich für echte, gelebte Gleichberechtigung auf dem Campus und in der Hochschulpolitik einsetzen. Uns verbindet das Ziel, feministische Strukturen an der Uni zu stärken, sichtbar zu machen und weiter auszubauen. Wir setzen uns für die Unterstützung von FINTA* in allen Bereichen des Hochschullebens ein – von der Gremienarbeit über die studentische Selbstverwaltung bis hin zu kulturellen und
politischen Veranstaltungen.
Club Marta* ist eine reine FINTA-Liste – das heißt: unser Raum ist nur für FINTA gedacht – eben weil uns so oft Raum verwehrt wird. Für Macker ist bei uns kein Platz. Wir wollen FINTA* unterstützen und für Raum für uns und unsere Stimmen kämpfen.
Wir verstehen uns als feministischen, basisdemokratischen und solidarischen Raum. Unsere Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Hintergründen, Studiengängen und
Lebensrealitäten. Manche von uns haben langjährige Erfahrung in feministischen und/oder queeren Kämpfen, andere sind neu dazugekommen, weil sie gemerkt haben:
So wie es aktuell läuft, darf es nicht bleiben. Das * im Namen betont, dass wir uns nicht auf binäre Geschlechtervorstellungen festlegen lassen: bei uns ist Platz für alle – besonders für diejenigen, denen dieser Platz in der Gesellschaft verwehrt wird!
Wofür wir stehen
Wir stehen für Feminismus – klar, radikal und solidarisch. Für uns heißt Feminismus: die gesellschaftlichen Strukturen, die Sexismus, Patriarchat, Queerfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung hervorbringen, müssen grundlegend in Frage gestellt und abgeschafft werden.
Wir stehen für:
• Gelebte Gleichberechtigung – nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag und
in allen Strukturen der Hochschule.
• Sichtbarkeit und Stärkung von FINTA* – in der Hochschulpolitik, in Gremien, in
Initiativen.
• Antipatriarchale Kämpfe – wir wollen das Patriarchat nicht reformieren, wir
wollen es abschaffen!
• Intersektionalen Feminismus – weil Diskriminierung nie eindimensional ist.
Rassismus, Klassismus, Ableismus und Queerfeindlichkeit müssen immer
mitgedacht werden.
• Solidarität – innerhalb von Club Marta* und darüber hinaus. Wir stehen Seite an
Seite mit anderen emanzipatorischen Bewegungen.
• Aktivismus mit Humor – die Welt verändern geht auch mit ein wenig Spaß!
Was wir machen
Unsere Arbeit bei Club Marta* ist vielfältig. Wir verstehen uns als feministische Hochschulgruppe, aber auch als politische Kraft im Studierendenparlament (StuPa) und darüber hinaus.
Ein paar Beispiele aus unserem Engagement:
• Hochschulpolitik feministisch gestalten
Wir setzen uns in StuPa-Sitzungen, in Ausschüssen und in Kommissionen dafür ein, dass feministische Perspektiven ernst genommen werden. Sei es bei der Vergabe von Mitteln, bei der Besetzung von Gremien oder bei hochschulpolitischen Grundsatzentscheidungen: Wir schauen hin, wir reden mit
und wir mischen uns ein.
• Aufklärungsarbeit
Uns ist wichtig, dass feministische Themen am Campus präsent sind. Wir erklären, warum Feminismus auch heute noch bitter nötig ist – und wir tun das mit Leidenschaft und Wissen.
• Aktionen und Proteste
Club Marta* ist auch auf der Straße sichtbar. Sei es am 8. März (feministischer Kampftag), beim IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit) und bei Demos gegen antifeministische Entwicklungen.
• Vernetzung und Solidarität
Wir möchten Raum schaffen, um Vernetzung und gelebte Solidarität zwischen FINTAs möglich zu machen. Wir sind nicht allein, sondern viel! Veränderung fängt im Kleinen an und endet im großen Ganzen.
Was wir wollen
Unser Ziel ist es, feministische Strukturen an der Hochschule zu schaffen, die nicht nur punktuell wirken, sondern dauerhaft bestehen. Wir wollen:
• Mehr FINTA in Gremien und Entscheidungspositionen
Wir setzen uns dafür ein, dass FINTA* nicht nur eingeladen werden mitzureden,
sondern tatsächlich mitentscheiden können. Das bedeutet: Quoten da, wo sie
sinnvoll sind.
• Awareness-Strukturen an der Hochschule
„Nein heißt Nein und Ja heißt Ja!“ FINTA* unterliegen täglich struktureller sexistischer Gewalt. Das wollen wir ändern! Wir kämpfen für feste Awareness-Strukturen, die in sicheres Campusleben für alle garantieren. Dazu gehören verbindliche Konzepte bei Veranstaltungen, klare Anlaufstellen für Betroffene
und ein Klima, in dem Sexismus und Queerfeindlichkeit keinen Platz haben.
• Patriarchale Strukturen sichtbar machen und abbauen
Wir wollen, dass Diskriminierung benannt wird – auch wenn das unangenehm ist. Wir wollen patriarchale Denkmuster, die sich Sprache, (Uni)Strukturen und Alltag zeigen, entlarven und abschaffen. Macker raus!
• Solidarische und gerechte Hochschule
Feminismus bedeutet für uns immer auch ein Kampf gegen andere Formen der Unterdrückung. Eine Hochschule ohne Rassismus, ohne Klassismus, ohne Ableismus – das ist unser Ziel!
Brauchen wir Feminismus heute noch?
„Feminismus? Hä? Wozu denn? Ihr seid doch längst gleichberechtigt!“ – diesen Satz hören wir immer wieder. In Gesprächen, in Seminaren, auf Partys oder bei Diskussionen
in Gremien. Und ja, auf den ersten Blick wirkt es vielleicht so: FINTA* studieren, lehren, forschen; es gibt Gleichstellungsgesetze, Frauenquoten, Diversity-Referate. Alles gut, oder?
Nein. Denn das, was auf dem Papier steht, ist noch lange nicht die Realität, die wir im Alltag erleben. Gerade an der Hochschule zeigt sich, wie tief patriarchale Strukturen weiterhin in unseren Köpfen, in unseren Abläufen und in unseren Institutionen verankert sind.
→ Wer redet, wird oft nicht gehört.
In Seminaren passiert es immer wieder: FINTA-Personen werden übergangen, ihre Beiträge kleingeredet oder ignoriert, bis ein Mann den gleichen Punkt macht – und plötzlich wird genickt. Nicht, weil Männer die besseren Ideen haben, sondern weil die Stimme von FINTA* weniger Gewicht bekommt.
→ Wer sich engagiert, wird belächelt.
FINTA, die sich in Gremien einbringen, erleben oft doppelte Arbeit: Sie müssen ihre Position vertreten und sich gegen abwertende Kommentare oder subtile Machtsprüche wehren. Plötzlich wird das Wort „Zickigkeit“ in den Raum geworfen oder der Tonfall der Kritik thematisiert – aber nicht der Inhalt. à Wer feiert, muss aufpassen. An Partys, bei Veranstaltungen, beim Weg nach Hause: Für viele FINTA gehört es zur Routine, sich zu überlegen, wie sie sicher von A nach B kommen. Sich abzusichern, wen sie anrufen können, wenn es unangenehm wird. Immer ein wachsames Auge auf
potenzielle Grenzverletzungen.
→ Wer existiert, wird unsichtbar gemacht.
Für trans, inter und nicht-binäre Menschen ist Hochschule oft ein Spießrutenlauf. Namen und Pronomen werden falsch verwendet – nicht aus Versehen, sondern weil sich Menschen weigern, es besser zu machen. Genderneutrale Toiletten? Fehlanzeige. Hochschulformulare, die mehr als „männlich“ oder „weiblich“ kennen? Selten.
→ Wer studiert, verschwindet.
An Unis sind Frauen in der Mehrheit – und trotzdem verschwinden sie auf dem Weg nach oben. Ab der Promotion bröckelt ihr Anteil, bei Professuren sind es nur noch 29 %. Die Ursache heißt leaky pipeline: Struktureller Sexismus, männlich dominierte Netzwerke,
stereotype Erwartungen und Karrieren, die mit Care-Arbeit unvereinbar sind. Wer nicht ins Rollenbild passt, wird rausgedrängt – nicht trotz guter Leistung, sondern genau deshalb.
Und das sind nur ein paar Beispiele. Das Bild ist klar: Feminismus ist notwendig, um echte Gleichberechtigung zu leben. Hochschulen sind keine Inseln der Gleichberechtigung. Sie sind Teil einer Gesellschaft, in der Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung weiterwirken. Und sie sind ein Ort, an dem wir alle lernen, wie wir miteinander umgehen – was als normal betrachtet wird und was nicht – was wir normal finden und was nicht. Wenn wir hier nicht ansetzen, wo dann?
Wir wollen nicht, dass Gleichberechtigung ein leeres Wort bleibt, das in Leitbildern gut aussieht. Wir wollen, dass sie gelebt wird – in der Lehre, in der Forschung, im Alltag.
Feminismus an der Hochschule heißt für uns:
→ Strukturen verändern, nicht nur Symptome bekämpfen.
→ Solidarische Räume schaffen, in denen alle gesehen und gehört werden.
Feminismus ist jetzt. Feminismus bist du. Wenn du entscheidest, dass du nicht länger wegschaust, sondern mit uns daran arbeitest, dass Hochschule ein Ort für alle wird – dann bist du Teil davon.
Und jetzt?
Wenn du Lust hast auf feministischen Kampf, auf Macker boxen, auf kollektive Wut und gemeinsame Zuversicht – dann bist du bei uns richtig. Wir sind nicht hier, um uns zu entschuldigen oder brav zu bitten. Wir sind hier, um etwas zu verändern!
Und wenn du jetzt neugierig geworden bist: Komm vorbei! Mach mit! Egal, ob du schon
lange feministisch aktiv bist oder ob du einfach nur das Gefühl hast, dass da etwas schief läuft und du etwas dagegen tun willst – wir freuen uns über neue Menschen.
Schreib uns, sprich uns an, komm zu unseren Tre^en. Und: Lass uns gemeinsam die Strukturen verändern, die uns kleinhalten sollen.
Eure Marta*s <3
